Kuhschwanz-Heizung?
Nach nun fast einem Jahr im neuen Haus und dem zweiten Winter, habe ich begonnen mich mal mit unserer Heizungsanlage zu beschäftigen. Anlass war, dass mir zum einen sehr kurze Brennerzeiten aufgefallen sind und zum anderen unser 6kw Holzofen die Hütte in null,nix auf mollige 26°C heizt. Ich frage mich also, wozu wir einen 16kw Brenner an der Wand hängen haben.
Ich schaute mir die Heizung etwas genauer an und konnte folgende Feststellungen machen:
- in den 12 Monaten Betrieb hatten wir > 16.000 Brennerstarts abzüglich der drei Sommermonate im Solarbetrieb also fast 60 Starts pro Tag.
- der Brenner lief im Heizbetrieb immer nur sehr sehr kurze Zeit, heizte dabei die Kesseltemperatur sehr schnell sehr hoch und schaltete dann wieder ab.
Liest man in einschlägigen Foren zu dem Thema (haustechnikdialog.de), dann findet man schnell Begriffe wie “takten” und “Kuhschwanzheizung”. Die Anzahl der Starts sind zu hoch und die Anlage scheint nicht richtig zu modulieren. D.h. sie regelt ihre Leistung nicht so weit nach unten, dass sie mit möglichst wenig Verbrauch alle Räume ausreichend warm bekommt. Alles dort beschriebene passt auf das an der Anlage beoachtete. Somit wäre die Erklärung für Ihr Verhalten:
- die Einstellungen an der Heizung sind so gewählt, dass der Brenner mit voller Leistung sehr schnell die max. Vorlauftemperatur erreicht und dann abschaltet
- die Heizung schafft es nicht, das viele Warme Wasser aus der Anlage in den Heizkreis zu schaffen.
Die erste Maßnahme war gestern radikal!
- Niveau der Heizkurve sehr weit runter – zunächst auf einen Schätzwert, den ich aus etlichen Forenbeiträgen gelesen hatte.
- die Steilheit der Heizkurve runter gesenkt
- die radikalste Maßnahme war dann, die Leistung des Kessels im Heizbetrieb auf 38% – also den tiefsten Wert – beschränkt.
Mein Bauch sagte mir, jetzt wird es kalt werden! Aber Pustekuchen, die Anlage hatte jetzt deutlich längere Brennerlaufzeiten und schaffte aus auch durch die kalte Nacht (-3°C) alle Räume auf der gewünschten Temperatur zu halten.
Ob die Heizung nun wie Eingangs implizit vermutet völlig überdimensioniert ist, möchte ich noch nicht feststellen. Aber ich werde weiter berichten und vor allem auch das spannendste beobachten, ob der Verbrauch sinkt.
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[...] Familie Claas hat in Hamburg mit Dammann-Haus gebaut. Im Dezember 2008, also vor einem guten Jahr, ist Familie Claas eingezogen. Zeit, um sich einmal intensiver mit der Heizung zu beschäftigen. [...]